Informationen für die Patienten der Psychotherapie-Station "Balint"

Therapieangebot der stationären Behandlung

Die Behandlung integriert psychoanalytische, verhaltenstherapeutische und andere Verfahren in Gruppen- und Einzelform. In Abhängigkeit von Beschwerdebild und Problematik wird jeder Patient dem gruppentherapeutischen oder dem einzeltherapeutischen Behandlungsschwerpunkt zugewiesen, wobei sich diese Zuordnung im Verlauf der Behandlung ändern kann.

Körperliche Untersuchungen und Visiten:

In den ersten Tagen werden diagnostische medizinische Routineuntersuchungen durchgeführt; bei gegebener Indikation sind konsiliarische Untersuchungen in den anderen Kliniken möglich. Es finden regelmäßig Visiten des Stationsarztes, Oberarztes und Klinikdirektors statt. Zusätzlich wird zweimal in der Woche eine ärztliche Sprechstunde angeboten.

Psychodynamische Gruppen- und Einzeltherapie:

Bei gruppentherapeutischem Behandlungsschwerpunkt steht die psychodynamische Gruppentherapie im Vordergrund.
Diese Therapieform umfasst 4 wöchentliche Gruppensitzungen von jeweils 90 Minuten Dauer. Jeder kann seine Beschwerden, seelischen Probleme und andere ihm wichtige Themen einbringen. Besondere Aufmerksamkeit gilt dem Gestalten und Erleben der Beziehungen in der Gruppe. Verhaltensweisen, Gefühle und Fantasien können im Austausch mit den Mitpatienten beobachtet und verstanden sowie angemessenere Problemlösungen erarbeitet werden.

Zusätzlich führt der Stationsarzt bei gruppentherapeutischem Behandlungsschwerpunkt jede Woche ein kürzeres Einzelgespräch mit jedem Patienten. Und unabhängig vom Behandlungsschwerpunkt wird jeder Patient einer Krankenschwester oder einem Krankenpfleger unseres Pflegeteams zugewiesen, mit denen zweimal wöchentlich symptomorientierte Einzelgespräche geführt werden können.

Bei einzeltherapeutischem Behandlungsschwerpunkt finden anstelle der psychdynamischen Gruppentherapie zweimal pro Woche 50-minütige Einzelgespräche statt. Sie dienen der Symptom- bzw. Problembewältigung und der Klärung der Fähigkeiten und Stärken des Patienten.

 

Die weiteren Therapieelemente gelten in der Regel für beide Behandlungsschwerpunkte:

Entspannungstherapie:

In der Entspannungsgruppe wird einmal wöchentlich die Methode der progressiven Muskelrelaxation vermittelt, mit deren Hilfe auch später in Alltagssituationen Entspannung möglich ist.

Interaktionsübungen:

Diese Therapieform findet einmal wöchentlich statt. Problematisch erlebte soziale Situationen können vom Patienten eingebracht, in der Gruppe besprochen und geübt werden. Rückmeldungen der Mitpatienten und des Gruppenleiters bieten zusammen mit dem Einsatz einer Videokamera die Möglichkeit, angemessenere Verhaltensweisen zu erarbeiten und durch Übung zu festigen.

Körpertherapie:

Diese findet zwei- bis dreimal wöchentlich statt und dient der Sensibilisierung der Körperwahrnehmung und der körperlichen Entspannung. In ca. 14-tägigen Abständen erfolgt eine videogestützte Nachbesprechung dieser Therapieform.

Gestaltungstherapie:

Die einmal pro Woche stattfindende Gestaltungstherapie dient dem nicht-sprachlichen Zugang und Ausdruck unbewusster Wünsche und Konflikte oder anderer Themen.

Die Mitteilungen in der Gruppe und in den anderen Therapieverfahren unterliegen der Schweigepflicht gegenüber Außenstehenden. Wir möchten darauf hinweisen, dass die Teilnahme an allen Therapien verbindlich ist und den einzelnen Therapieangeboten Vorrang vor eventuellen anderen Terminen eingeräumt werden muss.

Für bestimmte Störungsbilder werden zusätzlich spezielle Therapiebausteine angeboten.

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